Die ersten Experimentierkästen von Philips sind vermutlich der EE 5 und
der EE 10. Sie wurden, wie die frühen Bausätze, in Holland
produziert. Die Anleitungen wurden aber auch in andere Sprachen übersetzt.
Zumindest sind mir Anleitungen in Deutsch und Französisch bekannt. Der genaue Zeitraum der Herstellung
ist noch unsicher. Alle mir bekannten Druckschriften zu diesen Kästen haben
entweder keinen Datumshinweis oder sie stammen aus dem Jahr 1963. Im gleichen
Jahr wurden auch schon die ersten Anleitungen der Nachfolgeserie EE 20
gedruckt. Die beiden Kästen EE 5 und EE 10 sind zudem äußerst
selten. Dies macht es wahrscheinlich, dass sie nur für kurze Zeit
"als Testserie?" angeboten wurden. Die Restbestände dieser Kästen
wurden nach Einführung der Nachfolgeserie EE 20 über die DARC
Ortsverbände zu Sonderkonditionen an Amateurfunker abgegeben (siehe:
Ortsverbands-Rundschreiben
Nr. 8/65).
Bereits in dieser ersten Elektronik-Serie hat Philips das Knotenrasterprinzip auf
vorbildliche Weise in ein Experimentiersystem umgesetzt. Dieses Prinzip
führt zu sehr übersichtlichen Versuchsaufbauten. Ein geschickt
durchgeführter Aufbau unterscheidet sich praktisch nicht vom Schaltbild. In Form der Brettschaltungen hatte sich das
Knotenraster deshalb schon sehr früh in Bastlerkreisen etabliert. Hierzu
wird ein Schaltbild an den Verbindungspunkten (den Knoten) mit Reißbrettstiften
auf ein Holzbrettchen geheftet und anschließend die Bauteile auf die
Reißbrettstifte gelötet. Mit etwas Übung und bei einfachen Schaltungen wird
hierbei gerne auf das Schaltbild verzichtet. Bausätze dieser Art
werden heute noch von Lehrmittelfirmen wie
Opitec
und
Winkler
für den Werkunterricht an Schulen angeboten.
Wer eine Weile auf die oben beschriebene Weise experimentiert hat, weiß das geniale Philips Klemmsystem sofort zu schätzen. Man kann ohne Vorbereitungen und Wartezeiten auf den heißen Lötkolben beginnen. Verbrennungen durch Unachtsamkeit an Mensch und Mobiliar sind von vornherein ausgeschlossen. Auch die Bauteile werden nicht vom Lötkolben gestresst und sind deshalb beliebig oft wieder verwendbar. Zudem können sie ruckzuck ausgetauscht oder variiert werden - eine Grundvoraussetzung für das wirkliche Experimentieren. Das 15 mm Lochraster auf der 30 x 30 cm² großen Grundplatte ermöglicht die freizügige Platzierung von Bauteilen an beliebigen Positionen. Zur Montage von Bedienungselementen hat die Bauplatte am vorderen Rand zwei erweiterte Löcher:
Für die notwendige Bodenfreiheit dieser Teile und des Lautsprechers waren vier einsteckbare Füße vorgesehen.
| Serie EE 10 | ||
|---|---|---|
| EE 10 | ||
| EE 5 | ||

Ein Übergangskasten vom kleineren EE 5 auf den EE 10 war nicht vorgesehen. Beide Kästen wurden aber in dem gleichen Karton geliefert. Sie unterschieden sich äußerlich nur durch den Aufkleber "EE 5" oder "EE 10". Ebenso wurde für beide Kästen der gleiche Inneneinsatz verwendet. Durch Wenden kann die jeweils andere Facheinteilung nach oben gedreht werden.
Die Baupläne der Serie EE 10 waren als Schaltbilder nach amerikanischer Norm (Zickzack-Widerstände) gezeichnet. Die mir bekannten Pläne sind laminiert und daher äußerst strapazierfähig. Nachteilig ist die Größe. Die Baupläne belegen die gesamte Grundplatte. Zum Aufbau eines neuen Gerätes müssen deshalb immer erst alle Bauteile entfernt werden. Auch die Batterien und Bedienungselemente.
Für die Experimentierkästen der EE-Serien hatte Philips auch ein eigenes Logo kreiert. In der Serie EE 10 war es in verschiedenen Farbkombinationen fast überall zu finden: