
Die vorläufig letzten Experimentierkasten-Aktivitäten von Philips gehen auf das Jahr 1996
mit dem Kasten
Fun with Electronics
zurück.
Es handelt sich hierbei um einen kleinen Experimentierkasten in der Art
eines geschlossenen Experimentiersystems, wie bei dem japanischen
Hersteller
Gakken.
Vorteilhaft ist bei Philips die Lieferung als Bausatz, sodass man die Bauteile zumindest
einmal richtig in der Hand hat. Die Anleitung für 25 Geräte wird ergänzt
durch eine CD-ROM mit beeindruckenden vertonten Animationen von
Rob
Cloutier. Die CD enthält nicht
nur Schritt für Schritt Anleitungen für die einzelnen Geräte, sondern
auch elektronische Grundlagen, eine Vorstellung der Bauteile,
historische Erfindungen und
Erklärungen zu solch interessanten Geräten, wie Barcodeleser,
elektrische Gitarre, Mikrowellenofen usw.
In einer ähnlichen Ausstattung gab es auch das
Fun with Electronics/Digital Lab.
Beide Kästen wurden meines Wissens nicht in Deutschland angeboten. Sie
sollen hier nur zeigen, dass bei Philips der Gedanke an ein
Experimentiersystem immer wieder einmal aufleben kann.

Aber das bewährte System mit Lochplatten und Klemmfedern ist noch
nicht am Ende! Bei
Winkler
Schulbedarf lebt das
Klemmsystem
weiter. Die wichtigsten Verschleißteile (Klemmen) sind dort
weiterhin in der letzten original Bauform erhältlich (Artikel-Nr.
4120).

Es wird auch eine passende
Lochplatte
angeboten (Artikel-Nr.
5506), die sich aber in der Geometrie von den Philips/Schuco Platten
unterscheidet. Die Lochplatte von Winkler ist nur 103 x 84 mm² groß
und das Lochraster beträgt nur 10 mm. Die meisten Platinen von
Philips und Schuco (im 15 mm Raster) können somit nicht auf der
Winklerplatte befestigt werden.
Dafür lassen sich aber Bauteile mit relativ kurzen Drähten (auch Transistoren) direkt in das engere Lochraster einsetzen. Die Platte macht einen sehr stabilen Eindruck, ist aber an den Rändern etwas zu materialsparend gefertigt.
Der lichte Raum unter der Platte beträgt nur knapp 5 mm. Die eingesetzten Klemmen liegen somit direkt auf der Tischplatte auf. Eine in Betrieb genommene Schaltung darf also keinesfalls auf einem leitfähigen Untergrund abgelegt werden. Die Lochplatten von Philips und Schuco haben dagegen mehrere Abstandshalter für einen lichten Raum von fast 8 mm.
Außerdem sind bei der Winklerplatte die äußeren Lochreihen so dicht am Rand, dass sie beinahe nur noch die Form eines Halbkreises haben. Hierdurch wird das Einsetzen der Klemmen erschwert und die Klemmen können auch nur mühsam ausgerichtet werden..

Der Nachteil der mangelnden Bodenfreiheit kann mit dem Bastelsatz
für das
Aufbewahrungskästchen
(Artikel-Nr. 5505) umgangen werden. Auf der Webseite kann auch die
Bauanleitung als PDF abgerufen werden. Die Lochplatte passt hierzu
genau als Deckel.
Das Kästchen mit der Lochplatte eignet sich vorzüglich für Exkursionen mit kleinem Gepäck. Es bietet beispielsweise genügend Raum für die Bauteile eines Detektorempfängers und eine Drahtrolle (Antenne). Es kann dann unter nahezu idealen Bedingungen auf einer Anhöhe die am besten geeignete (lauteste) Diode aus dem mitgebrachten Vorrat ermittelt werden. Ebenso kann mit Kopfhörern, Ohrhörern und Telefon-Hörkapseln verfahren werden. Für weitere Versuche zu Hause sind dann schon zwei kritische Fehlerquellen ausgeschlossen und man kann sich auf Antenne und Erdleitung konzentrieren.

Winkler bietet außerdem drei komplette Experimentiersets an. Auf dem Bild ist das Elektronik Beginner Set zu sehen. Die PDF Anleitungen sind auf den Webseiten von Winkler abrufbar.
Stromkreis
Stromkreis,
Serien u. Parallelschaltung
Elektronik
Beginner Set
Alle drei Experimentiersets haben einen sehr günstigen Preis, was aber darauf zurückzuführen ist, dass radikal mit dem Rotstift gerechnet wurde. Die Anzahl der Klemmen ist äußerst knapp bemessen. Sogar bei der Länge und dem Durchmesser der Leitungsdrähte wurde gespart. Für alle drei Experimentiersets wird zusätzlich eine 4,5 Volt Flachbatterie benötigt.